Unsere Städte nach '45

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nyra
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Unsere Städte nach '45

Beitragvon nyra » Di 12. Sep 2017, 18:22

Selten hat mich eine Sendung so gefreut wie diese, weil sie etwas behandelt, was kaum bekannt (oder längst vergessen) ist:

Inhalt: "Der Zweite Weltkrieg hat die deutschen Städte verwüstet, doch Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet hat als der verheerende Bombenkrieg. Wie konnte das passieren? Deutsche Architekten um Rüstungsminister Albert Speer hatten schon vor 1945 Wiederaufbaupläne in der Schublade. Von allem Nazi-Pomp entschlackt, kamen sie nach dem Krieg zum Einsatz. Ihre Vorbilder hatten sie dabei in den Prinzipien des modernen Städtebaus der 1920er Jahre. Die fortschrittliche Stadt sollte von Licht und Luft durchflutet sein; breite Straßen sollten sich durch die autogerechte Stadtlandschaft ziehen. Dieser Vision wurden oft die Reste der historischen Innenstädte geopfert."

Die zweiteilige Dokumentation (2016) wird heute, 20.15-21.45 Uhr auf Phoenix wiederholt. Vielleicht interessiert es jemanden. :blinzeln:

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Joa
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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon Joa » Di 12. Sep 2017, 19:18

Das Thema steht jetzt nicht unbedingt in meinem persönlichen Fokus, :blinzeln: dürfte aber eine interessante Sendung sein! Leider oder GsD bin ich immer noch FS-Zimmerantennenempfänger also über DVB T2 mit 11 Programmen, weil ich mir ein Vielfaches von dem, was angeboten wird, nicht wirklich antun möchte! :mrgreen: Den Sender kann ich deshalb nicht empfangen!
Es wird heute, wenn überhaupt, wieder Universum auf ORF2 werden, das ist noch das Beste! :daumenhoch:

nyra hat geschrieben: "Der Zweite Weltkrieg hat die deutschen Städte verwüstet, doch Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet hat als der verheerende Bombenkrieg.

Das halte ich, obwohl ich es nicht wirklich beurteilen kann, doch für eine gewagte Behauptung! :)
Man muss gut überlegen, was man sich wünscht. Es könnte passieren, dass man es bekommt.

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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon nyra » Di 12. Sep 2017, 21:15

Joa hat geschrieben:Das Thema steht jetzt nicht unbedingt in meinem persönlichen Fokus :blinzeln:

Den Sender kann ich deshalb nicht empfangen!

nyra hat geschrieben: "...Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet hat als der verheerende Bombenkrieg.

Das halte ich, obwohl ich es nicht wirklich beurteilen kann, doch für eine gewagte Behauptung! :)

Das ist mir schon klar. :blinzeln:

Ich habe gar keinen Fernseher mehr. Als meiner den Geist aufgab und ich feststellte, daß ein ähnlich kleines Gerät nicht mehr zu bekommen war und ich nicht die Absicht hatte, mein Wohnzimmer mit einem Monstrum vollzustellen, habe ich auf ein Nachfolgegerät verzichtet. Wenn mich was interessiert, schaue ich es im Computer an: hier bzw. hier. Privatsender tue ich mir sowieso nicht an. Ob die Sendungen deutscher Sender fürs Ausland :blinzeln: gesperrt werden, weiß ich leider nicht. Österreichische Sender konnte ich aus diesem Grund manchmal nicht empfangen.

Das ist absolut nicht gewagt. Ich wollte meiner Programmempfehlung eigentlich noch hinzufügen: "Dazu braucht man kein Experte zu sein." Es gibt natürlich Städte, in denen die "Modernisierung" mehr, und andere, in denen sie weniger zugeschlagen hat. In Österreich ist zwar auch bombardiert worden, aber die Flächenbombardements der Städte wie bei uns (zwecks Demoralisierung der Bevölkerung) gab es bei euch, soviel ich weiß, nicht. Wo weniger wiederaufzubauen war, fehlte sicher die Vorbildwirkung der ersten "modernen" Bauten und Stadtanlagen für alle andern. (In den 50er Jahren galt es bei uns als der absolute Luxus, eine "Neubauwohnung" zu bekommen. "Altbau" war ein Schimpfwort. Wir hatten in Nürnberg (1951-57) eine wirklich sehr schöne Wohnung in einem schönen Viertel, aber meine Mutter konnte sie nie leiden, weil das Haus "alt" war.)

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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon Joa » Mi 13. Sep 2017, 06:32

nyra hat geschrieben:Ich habe gar keinen Fernseher mehr.

Wenn mich was interessiert, schaue ich es im Computer an: hier bzw. hier. Privatsender tue ich mir sowieso nicht an. Ob die Sendungen deutscher Sender fürs Ausland :blinzeln: gesperrt werden, weiß ich leider nicht.


Das ist absolut nicht gewagt. Ich wollte meiner Programmempfehlung eigentlich noch hinzufügen: "Dazu braucht man kein Experte zu sein." Es gibt natürlich Städte, in denen die "Modernisierung" mehr, und andere, in denen sie weniger zugeschlagen hat. In Österreich ist zwar auch bombardiert worden, aber die Flächenbombardements der Städte wie bei uns (zwecks Demoralisierung der Bevölkerung) gab es bei euch, soviel ich weiß, nicht.


So weit möchte ich nun auch wieder nicht gehen! Immerhin gibt es selbst im politisch links gesteuerten Staatsfunk ORF noch gute Sendungen, welche ich mir noch gerne ansehe! Die haben aber mit Politik absolut nichts zu tun!

Mir Sendungen am PC anzusehen, kommt für mich nicht in Frage, selbst wenn ich mir dadurch die Gebühr ersparen würde! :) Was Privatsender betrifft, kann ich dies in Österreich für ATV und Puls4 nachvollziehen! ServusTV ist als Privatsender da die einzige rühmliche Ausnahme und könnte von mir aus den ORF ganz ersetzen! 3sat mag ich auch noch, zumal es dort keine Werbung gibt und die Sendungen zumeist sehr gut sind! Ich habe in deinem Link auf Phönix geklickt und da geht nichts für uns in Österreich als Ausländer! :blinzeln:

Wenn ich an bombardierte deutsche Städte denke, sehe ich immer Bilder vor mir, welche man von Dresden kennt! Da gab's doch nur mehr Schutt, Asche und verbrannte Leiber von Zivilisten und in dem Zusammenhang kommt mir die Aussage, dass der Wiederaufbau mehr zerstört hat, als die Bombardierung, schon mehr als skurril vor!
Man muss gut überlegen, was man sich wünscht. Es könnte passieren, dass man es bekommt.

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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon nyra » Mi 13. Sep 2017, 09:23

Joa hat geschrieben:So weit möchte ich nun auch wieder nicht gehen! Immerhin gibt es selbst im politisch links gesteuerten Staatsfunk ORF noch gute Sendungen, welche ich mir noch gerne ansehe! Die haben aber mit Politik absolut nichts zu tun!

Mir Sendungen am PC anzusehen, kommt für mich nicht in Frage, selbst wenn ich mir dadurch die Gebühr ersparen würde! :) Was Privatsender betrifft, kann ich dies in Österreich für ATV und Puls4 nachvollziehen! ServusTV ist als Privatsender da die einzige rühmliche Ausnahme und könnte von mir aus den ORF ganz ersetzen! 3sat mag ich auch noch, zumal es dort keine Werbung gibt und die Sendungen zumeist sehr gut sind! Ich habe in deinem Link auf Phönix geklickt und da geht nichts für uns in Österreich als Ausländer! :blinzeln:

Wenn ich an bombardierte deutsche Städte denke, sehe ich immer Bilder vor mir, welche man von Dresden kennt! Da gab's doch nur mehr Schutt, Asche und verbrannte Leiber von Zivilisten und in dem Zusammenhang kommt mir die Aussage, dass der Wiederaufbau mehr zerstört hat, als die Bombardierung, schon mehr als skurril vor!

Im Computer kann ich alle (deutschen) Sendungen sehen, die ich sehen will. Die Gebühr erspart einem das nicht. Die muß jeder Haushalt sowieso zahlen, weil vorausgesetzt wird, daß man irgendwas hat, und sei es ein Radio im Auto. Unsere Privatsender sind indiskutabel; sowas wie Servus haben wir nicht. Im Gegensatz zu ORF, das offenbar komplett für uns gesperrt ist (ich habe gestern noch etwas rumprobiert), ist das bei Servus nicht der Fall, und ich habe da schon öfter was geguckt, denke nur meist nicht dran, weil unsere Programmzeitschriften dem Sender nur ein so winziges Eckchen zuteilen, daß der Informationswert gegen Null geht.

Du kennst nur die immer gleichen Fotos, die man so zu sehen bekommt. Ich kenne solche Fotos auch, und kenne auch Teile von Städten, die nur noch aus Ruinen und Schutt bestanden, wie etwa die Nürnberger Altstadt. Das ist aber doch nur ein Teil der Realität. Nicht alles war zerstört, und nicht alles in gleichen Maße. (Im übrigen geht es mir schon immer auf die Nerven, daß Dresden als das Bombenkriegsbeispiel gilt. Viele Legenden darüber sind immer noch in Umlauf. Die Wikipedia-Seite behandelt das sehr gut.) Aber selbst die üblichen Bilder zeigen viele stehengebliebene Fassaden; zwischen leeren Fassaden und ganz intakten Häusern gab es jede Menge Zwischenstufen. Teilzerstörte Häuser wurden abgerissen und nicht wiederhergestellt, teilzerstörte Straßen oder Stadtteile wurden generell abgerissen. Gründerzeitviertel waren ohnehin längst in Verruf geraten, und auch, wenn die Fassaden nicht längst grau gewesen und der Stuck bröckelte, hätte man sie scheußlich, unhygienisch und ungesund gefunden gegenüber einem neugebauten hellen glatten Häuserblock. In einer der engen, noch mittelalterlich geprägten unzerstörten Altstädte wie Bamberg, Rothenburg oder Regensburg wohnen zu müssen, galt sozusagen als Strafe – weil niemand daran dachte, daß man Häuser und Städte auch durch Sanierung auf einen zumutbaren Standard bringen könnte.

Ich erinnere mich, wie Ende der 70er Jahre in Aachen ein Gründerzeithaus außen restauriert und farbig angestrichen wurde. Die ganze Stadt lief hin, um sich das anzusehen, und man sah plötzlich, daß alte Häuser schön waren. Sie kamen dann in Mode, wurden hergerichtet und im Inneren zu Luxuswohnungen umgebaut, die sich kaum einer leisten konnte; ganze Viertel, in denen bis dahin nur noch alte Leute und arme Studenten wohnten, wurden "schick". Nur existierten viele solcher Viertel inzwischen nicht mehr, jedenfalls nicht mehr in den Zentren der größeren Städte. Die Zentren waren längst modern, betoniert und autogerecht.

Inzwischen haben wir ja die seltsame Situation, daß Gebäude neu aufgebaut werden, die nach dem Krieg – obwohl sie keineswegs völlig zerstört waren – abgerissen wurden. Bekanntestes Beispiel ist heute sicher das Berliner Stadtschloß.

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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon Joa » Mi 13. Sep 2017, 20:28

Ich möchte hier keineswegs eine Diskussion über Bausünden führen, welche durch den Wiederaufbau nach 1945 begangen wurden, da sind sicher auch Fehler gemacht worden, doch aus einer Fassade, die nach einer Bombardierung stehen geblieben ist, ein neues Haus in alter Ausführung konstuieren zu wollen, ist doch etwas weit hergeholt! :blinzeln:

Im übrigen finde ich die Bombardierung von Dresden wie auch die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, welche nur Zivilisten getroffen haben, auch als Kriegverbrechen der übelsten Art, aber wenn sie von "Siegern" verbrochen wurden, zählt das natürlich ganz anders! :roll:
Man muss gut überlegen, was man sich wünscht. Es könnte passieren, dass man es bekommt.

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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon nyra » Mi 13. Sep 2017, 21:42

Joa hat geschrieben:Ich möchte hier keineswegs eine Diskussion über Bausünden führen ...

Ich auch nicht. Offensichtlich konnte ich mich nicht verständlich machen. Eigentlich kein Wunder - so einfach ist die Materie nicht. Vergiß es.

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Re: Unsere Städte nach '45

Beitragvon Joa » Mi 13. Sep 2017, 21:47

Naja, ganz unverstanden brauchst Du dich nicht zu fühlen! :blinzeln:
Man muss gut überlegen, was man sich wünscht. Es könnte passieren, dass man es bekommt.


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